Co-Parenting-Apps in der Schweiz: Vergleich 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Für zwei Eltern kosten die verglichenen Apps zwischen rund CHF 69 und mehreren hundert Dollar pro Jahr.
- Bei 2familles, CoParent.ch und 2houses deckt ein Abo beide Eltern ab, bei OurFamilyWizard und TalkingParents braucht jeder Elternteil ein eigenes.
- Daten in der Schweiz nennen 2familles (zusammen mit der EU), CoParent.ch und Beidi.
- Für Hochkonflikt bieten vor allem OurFamilyWizard, TalkingParents und Beidi Funktionen wie Lesezeiten oder unveränderbare Aufzeichnungen.
- Dieser Vergleich erscheint bei Beidi, einer der verglichenen Apps; Beidi ist noch nicht gestartet.
Transparenz vorweg: Dieser Vergleich erscheint bei Beidi, und Beidi ist selbst eine der verglichenen Apps. Wir haben alle Angaben auf den Websites der Anbieter geprüft und schreiben «keine Angabe», wo wir nichts gefunden haben. Stand: Oktober 2026, Preise können sich ändern.
Welche Co-Parenting-Apps gibt es in der Schweiz?
Wir vergleichen sechs Apps, die Eltern in der Schweiz nutzen können: die Schweizer Angebote 2familles und CoParent.ch, 2houses aus Belgien, OurFamilyWizard und TalkingParents aus den USA sowie Beidi, das noch nicht gestartet ist. Preise in US-Dollar haben wir nicht umgerechnet.
Keine App ist für alle Familien die beste. Wer gut miteinander auskommt, braucht vor allem Organisation. Wer viel streitet, braucht Struktur und eine verlässliche Dokumentation.
Was kosten die Apps für zwei Eltern?
| App | Zwei Eltern pro Jahr | Wer zahlt | Sprachen | App oder Web |
|---|---|---|---|---|
| 2familles | CHF 69, oder CHF 6.90 pro Monat | Ein Abo für beide, der eingeladene Elternteil ist gratis | Französisch | iPhone und Android |
| CoParent.ch | CHF 80 im Jahresabo, oder CHF 8 pro Monat; Module Ausgaben und Dokumente je CHF 20 pro Jahr | Ein Abo für beide Haushalte | Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch | Web-App im Browser |
| 2houses | USD 99 | Ein Elternteil für die ganze Familie | Englisch, Französisch, Niederländisch, Italienisch, Deutsch, Spanisch | iPhone, Android, Web |
| OurFamilyWizard | Rund USD 220 bis 600, also je USD 110 bis 300 | Jeder Elternteil hat ein eigenes Abo; einer kann für den anderen zahlen | Website auf Englisch, Spanisch, Französisch | iPhone, Android, Web |
| TalkingParents | Rund USD 168 bis 768, also je USD 7 bis 32 pro Monat | Jeder Elternteil hat ein eigenes Abo | Englisch | iPhone, Android, Web |
| Beidi (noch nicht gestartet) | CHF 149, wenn einer für beide zahlt; sonst je CHF 79 | Jeder für sich, einer für beide oder eine Fachstelle mit Code | Deutsch; Französisch, Italienisch und Englisch folgen | Zuerst iPhone, Android und Web später |
Bei OurFamilyWizard und TalkingParents hängt der Preis vom Abo ab. Die Spanne reicht vom günstigsten bis zum teuersten Abo, gerechnet für beide Eltern; TalkingParents gewährt bei jährlicher Zahlung 8 Prozent Rabatt.
Welche App ist für Hochkonflikt gebaut?
| App | Für Hochkonflikt, laut Anbieter | Protokoll und Export | Hosting |
|---|---|---|---|
| 2familles | keine Angabe | keine Angabe | Schweiz (Infomaniak) und EU (Supabase, Irland) |
| CoParent.ch | Tauschanfragen annehmen oder ablehnen; Monatsplan von beiden bestätigt | PDF-Berichte mit Zeitstempel, Verlauf der Anfragen datiert und signiert | Schweiz |
| 2houses | Änderungsanfragen im Kalender, Gegenvorschlag möglich | keine Angabe; Ausgabenberichte als CSV oder PDF | keine Angabe zum Standort |
| OurFamilyWizard | Änderungsanfragen, Nachrichten mit Lesezeit, Schreibassistent, GPS-Check-in bei Übergaben | PDF-Records; beglaubigte Records, im Premium-Abo unbegrenzt | Daten können in den USA gespeichert werden |
| TalkingParents | Nachrichten mit Sende- und Lesezeit, nicht änderbar; Tonalitäts-Scanner im teuersten Abo | Unveränderbare Records, zertifiziert als PDF oder gedruckt | keine Angabe |
| Beidi | Anfragen mit Frist und klarem Standard; Modi Klar und Geschützt; Fakten zuerst | Manipulationssicheres Protokoll mit Lesezeiten und qualifizierten Zeitstempeln; Auszüge per Link mit Zugangscode | Schweiz |
Eine Ansicht, die bei Nachrichten zuerst die Fakten zeigt, haben wir nur bei Beidi gefunden. Bei den anderen Apps steht dazu keine Angabe auf der Website.
Die Apps im Profil
2familles
2familles kommt aus Lancy bei Genf. Die App bündelt einen gemeinsamen Kalender, ein Budget, eine Infobank, Kinderprofile, verschlüsselte Dokumente und einen KI-Assistenten. Sie läuft auf iPhone und Android und ist auf Französisch. Nach einer Kündigung bleibt ein Lesezugriff auf die eigenen Daten.
Passt gut, wenn ihr Französisch sprecht, euch im Alltag gut abstimmen könnt und eine günstige, einfache App für beide sucht.
CoParent.ch
CoParent.ch ist eine Schweizer Plattform mit Daten in der Schweiz. Im Zentrum steht ein Betreuungskalender mit den Schulferien aller 26 Kantone, Tauschanfragen und einer monatlichen Freigabe durch beide Eltern. Dazu kommen PDF-Berichte und die Module Ausgaben und Dokumente. Mediatorinnen und Mediatoren lassen sich mit Leserechten einladen. CoParent.ch ist eine Web-App für den Browser, keine native App.
Passt gut, wenn ihr einen genauen Betreuungsplan mit kantonalen Schulferien wollt und eine Web-App im Browser reicht.
2houses
2houses stammt aus Belgien. Die App verbindet Kalender mit Änderungsanfragen, Finanzen, Nachrichten, ein Familienjournal und eine Infobank. Ein Abo gibt der ganzen Familie Zugang, auch Kindern, weiteren Personen und Mediatoren. Die Oberfläche gibt es in sechs Sprachen.
Passt gut, wenn ihr eine Allround-App in mehreren Sprachen sucht, etwa mit Familie im Ausland, und ein Abo für alle reichen soll.
OurFamilyWizard
OurFamilyWizard kommt aus den USA und ist nach eigenen Angaben seit über 20 Jahren auf dem Markt. Es gibt Änderungsanfragen, Nachrichten mit Lesezeit, einen Schreibassistenten, Ausgaben, GPS-Check-ins und dokumentierte Anrufe; das teuerste Abo zeichnet Anrufe auf Wunsch auf. Fachpersonen aus Recht und Psychologie erhalten kostenlosen Zugang. Für Eltern in finanzieller Not gibt es vergünstigte oder kostenlose Abos.
Passt gut, wenn ihr gut Englisch versteht, viele Funktionen zur Dokumentation wollt und jeder ein eigenes Abo zahlen kann, oder einer für beide.
TalkingParents
TalkingParents kommt ebenfalls aus den USA. Nachrichten tragen Sende- und Lesezeit und lassen sich nicht ändern oder löschen; alles landet in unveränderbaren Records. Anrufe über die App werden aufgezeichnet und transkribiert. Seit dem 30. März 2026 gibt es kein Gratis-Abo mehr, aber Gebührenerlass bei finanzieller Not oder für Betroffene häuslicher Gewalt.
Passt gut, wenn eine lückenlose Dokumentation im Vordergrund steht und Englisch kein Hindernis ist.
Beidi
Beidi ist noch nicht gestartet, es gibt eine Warteliste. Die Schweizer App ist für getrennte Eltern gemacht, vom kooperativen Alltag bis zu Hochkonflikt und Schutzanordnung. Es gibt drei Modi, Gemeinsam, Klar und Geschützt; es gilt die strengere Antwort der beiden Eltern. Dazu kommen Betreuungsplan und Kalender, Übergaben mit kurzem Bericht und «Ich bin da», eine einzelne Standortprüfung, von der nur das Ergebnis gespeichert wird. Änderungen an der Betreuungszeit sind Anfragen mit Frist; ohne Antwort bleibt der Plan. Hinzu kommen Infos mit Lesezeit und ein Kinderordner. Beidi ist in der Schweiz gehostet, ohne Werbung und ohne Tracker. Es gibt nur Jahresabos, Fachstellen können mit einem Code bezahlen, und Lesen sowie Antworten auf Anfragen bleiben gratis.
Passt gut, wenn ihr Daten in der Schweiz wollt, eine klare Struktur braucht, im Alltag wie im Hochkonflikt, und auf den Start warten könnt.
Worauf du achten solltest
- Sprache: Versteht der andere Elternteil die App gut genug, um sie wirklich zu nutzen?
- Wer zahlt: Kann eine Seite die Nutzung blockieren, wenn sie nicht zahlt? Was geht ohne Abo?
- Struktur: Gibt es Anfragen mit Frist statt nur einen offenen Chat? Bei viel Streit macht das einen Unterschied.
- Protokoll: Können Nachrichten nachträglich geändert oder gelöscht werden? Wie sieht der Export aus?
- Datenstandort: Liegen die Daten in der Schweiz, in der EU oder in den USA?
- Anrufaufnahmen: In der Schweiz ist es strafbar, ein nichtöffentliches Gespräch ohne Einwilligung der anderen Beteiligten aufzunehmen (Art. 179ter StGB). Kläre vorher, wie eine App das löst.
- Kontaktverbot: Ob ihr überhaupt über eine App kommunizieren dürft, hängt vom Entscheid ab. Mehr dazu im Artikel Kontaktverbot und gemeinsame Kinder.
- Nach der Kündigung: Was passiert mit euren Daten? Bei 2familles bleibt ein Lesezugriff; bei CoParent.ch werden die Daten 90 Tage nach Abo-Ende gelöscht, wenn kein neues Abo folgt.
Häufige Fragen
Gibt es eine kostenlose Co-Parenting-App?
Unter den verglichenen Apps ist keine dauerhaft gratis. Testen kannst du 7 Tage (2familles), 14 Tage (CoParent.ch, 2houses) oder 30 Tage (TalkingParents); OurFamilyWizard erstattet den Preis in den ersten 30 Tagen, wenn du über die Website abschliesst. Bei Beidi bleiben Lesen und das Beantworten von Anfragen gratis.
Was ist eine gute Alternative zu OurFamilyWizard in der Schweiz?
Das hängt davon ab, was dir wichtig ist. CoParent.ch bietet Daten in der Schweiz und Tauschanfragen als Web-App, 2houses deckt sechs Sprachen ab, und Beidi ist für Hochkonflikt mit Anfragen mit Frist gebaut, aber noch nicht gestartet.
Akzeptieren Gerichte und die KESB Exporte aus Co-Parenting-Apps?
Das entscheiden sie im Einzelfall. CoParent.ch weist zum Beispiel darauf hin, dass seine Berichte keine offiziellen Dokumente sind und ihr Gewicht im Einzelfall beurteilt wird; sinngemäss gilt das für jede App.
Muss der andere Elternteil mitmachen?
Die meisten Apps sind für beide Eltern gebaut und entfalten erst dann ihren Nutzen. CoParent.ch funktioniert laut Anbieter auch allein, als persönliches Protokoll.
Quellen
- 2familles: Startseite und Tarife
- 2familles: Fonctionnalités
- CoParent.ch: Pricing
- CoParent.ch: Features
- CoParent.ch: FAQ
- 2houses: Pricing
- 2houses: Features
- 2houses: About privacy
- OurFamilyWizard: Plans and Pricing
- OurFamilyWizard: Startseite (Rückerstattung)
- OurFamilyWizard: Privacy Policy
- TalkingParents: Pricing
- TalkingParents: Features
- Schweizerisches Strafgesetzbuch, Art. 179ter (Unbefugtes Aufnehmen von Gesprächen)
Dieser Artikel ersetzt keine Beratung. Hilfe findest du bei Familienberatungsstellen, in der Mediation, bei einer Anwältin oder einem Anwalt und bei der KESB.