Vor neun Jahren habe ich mich getrennt. Meine Tochter war damals sechs.
Was danach kam, war eine Trennung im Hochkonflikt. Jede Übergabe war angespannt, jede Nachricht konnte einen Streit auslösen. Ich habe meine Tochter vor jeder Rückgabe umgezogen, damit ja kein Fleck auf den Kleidern Anlass für Ärger sein konnte. So weit geht man, wenn man nur noch will, dass es ruhig bleibt.
Am schwersten war es, den Loyalitätskonflikt bei meiner Tochter mitanzusehen: ein Kind, das beide Eltern liebt und spürt, dass genau das schwierig ist.
Ich war immer wieder mit Vorwürfen konfrontiert, gegen die ich mich kaum wehren konnte. Es stand Aussage gegen Aussage. Also habe ich alles aufgeschrieben: jede Übergabe, jede Abmachung, jede Nachricht. Viele Fachleute haben uns begleitet, Beistände, Familienbegleitung und andere. Sie haben viel Zeit damit verbracht herauszufinden, was eigentlich passiert ist. Zeit, die dem Kind gefehlt hat.
Eine App wie Beidi hätte uns damals sehr geholfen: ein ruhiger, neutraler Ort für Absprachen, mit Fristen statt Diskussionen und mit einem Protokoll, auf das sich alle verlassen können. Wenn beide dasselbe sehen, wird sichtbar, wer Abmachungen einhält und wer sich um das Kind bemüht. Ohne Vorwürfe, einfach Fakten.
Deshalb baue ich Beidi. Für Kinder, die zwischen zwei Zuhause leben, und für Eltern, die es besser machen wollen, als wir es damals konnten.